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Eine Frage der Balance: der Aviation Cocktail

Von: am 31. Oktober 2014

Airplane over a big CityBitte anschnallen, die Tische hochklappen und die Sitze aufrecht stellen: hier hebt der Aviation Cocktail ab!  Über den Wolken … muss sein Genuss wohl extra köstlich sein. Doch wurde der Aviation Cocktail da überhaupt je serviert? Was der Aviation Cocktail mit der Luftfahrt zu tun hat, wieso er auch für erfahrene Mixer eine Herausforderung ist und wie man ihn eigentlich mixt – dies hier und jetzt im Blog …

Am Anfang des 20. Jahrhunderts steuerten Flugpioniere wie Gustav Weißkopf und die Brüder Wright die ersten Motorflüge der Geschichte, das erste Passagierflugzeug mit geschlossener, Passagierkabine hob ab, die ganze Welt war im Luftfahrtfieber! Wie Otto Lilienthal schrieb, „frei wie der Vogel das Luftreich beherrschen … Die Grenzen der Länder würden ihre Bedeutung verlieren, weil sie sich nicht mehr absperren lassen …“. Nun, der erste Weltkrieg belehrte uns eines besseren, aber er sorgte auch dafür, dass die Entwicklung der „Fluggeräte“ eine ordentliche Anschubfinanzierung bekam …

Der Traum des Menschen vom Fliegen, er manifestiert sich auch 1916 in der Bar eines New Yorker Hotels am Times Square: der deutschstämmige Hugo Ensslin mixt den ersten Aviation Cocktail der Welt, und zwar so: 1/3 frisch gepresster Zitrussaft, 2/3 Gin, 2 Dashes Maraschinolikör und 2 Dashes Veilchenlikör auf Eis shaken und in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen.

Veilchenlikör oder Crème de Violette gilt als durchaus kapriziöse Zutat, da der Aviation seinetwegen sehr leicht aus der Balance geraten kann. Zuviel davon – und der Cocktail kippt ins Seifige, zu wenig davon – und er verliert seine Vielschichtigkeit. Im Spirituosenblog trinklaune.de testen Torben Bornhöft und Alchemyst gleich vier Varianten des Aviation Cocktails – eine jede mit einem individuellen Veilchenlikör. Bei der puren Verkostung der Liköre, die – wie die beiden sagen – übrigens kein Vergnügen ist, fallen Vokabeln von „floral“ über „gurkenfrisch“ bis zu „aufdringliche Schmierseife“ … Das hört sich wenig appetitlich an. Und dennoch überzeugen sie drei der Veilchenliköre im gemixten Aviation. Er geht mit den drei anderen Zutaten eine kongeniale Verbindung ein.

Die Profis von der Bols Bartending Academy interpretieren den Aviation zur Fußball-Weltmeisterschaft neu: für den „The Flying Dutchman“ ersetzten sie den Gin durch den „Vater des Gins“, Genever, und waren überrascht: es entstand ein aromatischer, extrem vielschichtiger Cocktail, dessen intensive Aromen raffiniert ineinandergreifen.

Übrigens: zwar wird der Aviation auf Eis geshakt, aber ins Glas gehört kein Eis. Der Cocktail wird „straight up“, also ohne Eis in der vorgekühlten Cocktailschale serviert!

Viel Spaß beim Mixen! Und bitte nicht gleich abheben!

The Flying Dutchman

Zutaten:

0,2 cl BOLS Maraschino

0,75 cl Veilchenlikör

3,75 cl Bols Genever

0,2 cl frisch gepresster Zitronensaft

Zubereitung:

Alle Zutaten in einem Shaker auf Eis shaken und anschließend in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen.

Glas:

Coupette, Cocktailschale

Dekoration:

Flambierte Zitronenschale

 


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